Trittbrettfahrer

Eigentlich wollte ich gerade nur die noch nicht fertigen Seiten „markieren“ und Klaus bitten, die Bilder zum Fahrwerkwechsel zu erläutern. Auch ein technischer Laie soll verstehen, warum Mechaniker beim Fahrwerkwechsel grundsätzlich kopflos sind.

Hierzu möchte ich kurz erläutern, warum wir das Fahrwerk getauscht haben – und dies auch noch als eine der ersten Massnahmen. Schliesslich hat der Landrover Defender ein gutes Fahrwerk. Viele Autofahrer und vor allem Personen, die gerne schnell fahren, legen ihr Auto tiefer. Durch den geringen Abstand zur Fahrbahn verbessern sich die Fahreigenschaften des schnell gefahrenen Autos. Man sollte sich dann aber auf gut asphaltierten Strassen bewegen.

Wir haben einen Geländewagen und fahren das Auto auch im Gelände. Dies ist kein SUV (Sport Utility Vehicle) mit 4×4, verdammt viel PS und viel, viel Technik – die man viel auf der Strasse, aber seltenst im Gelände sieht.

Im Gelände oder Offroad (engl. abseits der Straße, Gelände) fährt man langsam. Wichtig ist, dass das Auto die natürlichen Unebenheiten überwindet, ohne Schaden zu nehmen oder irgendwo hängen zu bleiben. Dazu haben wir nicht nur wichtige Teile des Landys geschützt (z.B. Spurstange, Differential) und die Hängerkupplung am Rahmen statt mit der Vorrichtung montiert, sondern auch das Fahrwerk ausgewechselt. Dadurch ist unser Grüner ca. 5 cm höher geworden. Auch die Trittbretter haben wir entfernt und durch Treeslider ersetzt. Das alles zusammen gibt uns mehr Bodenfreiheit.

Beim Einsteigen hat Klaus keine Probleme. Wieso auch, er ist lang, sehnig und extrem beweglich. Ich war zum Zeitpunkt des Fahrwerkwechsels noch nicht 100% genesen. Da gab es diesen Beinbruch, der ein gutes Jahr immer wieder Probleme bereitet hat. Die Technik des Einsteigens ist inzwischen gelernt, das Bein kann auch wieder voll belastet werden – und ich turne heute wieder wie Klaus auf dem Landy herum. Auch das Auf- und Abbauen des Dachzeltes kann jeder von uns alleine (zu zweit geht es schneller), nur verwende ich andere Techniken als Klaus. Bedingt durch meine geringere Körperlänge, bin ich dazu gezwungen, mehr vom Dach als vom Boden zu arbeiten. Hin und wieder denke ich an einen kleinen Hocker oder Tritt – das würde das Schliessen des Reissverschlusses des Dachzeltes schon erleichtern.

So ein mobiler Hocker oder Tritt wäre auch für andere Situationen zweckmässig. Zum Beispiel, wenn wir Klaus Mutter besuchen. Sie ist inzwischen Mitte 80 und für ihr Alter physisch relativ gesund. Zum Laufen benutzt sie ihren Rollator – mit ihm hat sie dann einen recht forschen Schritt drauf. Wie aber soll sie in den Landy einsteigen? Hier muss sie ihr linkes Bein in das Auto setzen und sich hineinsetzen. Eigentlich ganz einfach, wenn es nicht so hoch wäre: in ein vom Werk aus hohes und dazu noch höhergelegtes Auto ohne Trittbretter.

Die Lösung ist recht simpel: Wir fahren an eine hohe Bordsteinkante (Christel muss dahin dann laufen, ich hinterher), sie hält sich am Griff des Cockpits fest und Klaus und ich schieben und stabilisieren ein bisschen. Neulich in Berlin haben wir nach dem Besuch beim Schuhladen/-macher eines der netten kleinen Podeste für das Personal und die Füsse der Kunden ausleihen können. Das war perfekt.

Aber es geht auch ganz ohne … mit viel Humor.

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